Jüdische Geschichte Amsterdam - Führungen in Jüdisch Amsterdam durch Jeanette Loeb

Jüdische Geschichte Amsterdam - Führungen in Jüdisch Amsterdam durch Jeanette Loeb

Jüdische Geschichte Amsterdam

Einst war Amsterdam ein Zentrum jüdischen Lebens. Daran erinnert der Beiname Mokum, wovon sich viele Amsterdamer nicht realisieren, dass dies ein jiddisches Wort ist. Die Amsterdamer Juden gaben der Stadt den Kosenamen Mokum als Ausdruck dessen, dass sie sich hier sicher und zu Hause fühlten. Viele Jahrhunderte lang lebten etwa die Hälfte der Niederländischen Juden in Amsterdam. Noch bis zum heutigen Tage ist der Einfluss jüdischen Lebens in Amsterdam spürbar. Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung zahlreicher Jiddischer Wörter im Amsterdamer Stadtjargon.

Ab 1492 verschlechterte sich die Situation für die Juden in Spanien und Portugal. Nachdem die Römisch-Katholische Kirche alle anderen Konfessionen verbot, flüchteten Muslims und Juden von der Iberischen Halbinsel. Einige traten zum christlichen Glauben über, in der Hoffnung der Verfolgung zu entkommen. Sie mussten jedoch erfahren, dass auch dies sie nicht vor Verfolgung schützen konnte. Viele von ihnen fanden den Tod auf dem Scheiterhaufen.

Die erste Gruppe jüdischer Einwanderer waren portugiesische Händler, die vor der Inquisition Zuflucht in Amsterdam suchten. Die Stadtverwaltung zeigte Interesse an den Handelsbeziehungen der jüdischen Kaufleute. Vor allem die Beziehungen mit den portugiesischen Kolonien in Südamerika und Ferne Osten schätzte man sehr. So entwickelte sich Amsterdam zur Speicherstadt nicht nur für Güter aus den Ostseeländern, sondern auch für die gehandelten Waren aus Südamerika

1572, während des Niederländischen Aufstandes gegen Spanien erreichten die 7 nördlichen Provinzen ihre Unabhängigkeit und gründeten die Republik der Sieben Vereinigten Niederlanden. 1597 kam es zur ´Unie van Utrecht´, bei dieser unter anderem beschlossen wurde, dass für alle Einwohner der Republik Glaubensfreiheit gilt. Dies war das erste Mal, dass in Europa Glaubensfreiheit gesetzlich verankert wurde! Dieser gesetzlichen Regelung ist es zu verdanken, dass die Flüchtlinge aus Spanien und Portugal in der Niederländischen Republik ein Zuhause in Sicherheit fanden. In dieser Sicherheit entschlossen sie sich auch zu ihrem ursprünglichen Glauben – dem Judentum – zurückzukehren.

1603 wurde der jüdische Glaube zum ersten Mal in Amsterdam offiziell praktiziert. Der Rabbiner Uri Ha Levi, dessen Aufgabe es war, die Immigranten bei ihrer Rückkehr zum Judentum zu begleiten, wurde wegen des Verdachtes von Verkauf verbotener Waren, verhaftet. Diese Tat stritt er ab, aber er gestand ‘seinen Glauben auf jüdische Weise in dieser Stadt gelehrt zu haben.’. Uri Ha Lev wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Die erste offizielle Synagoge wurde im Jahre 1639 eingeweiht. Schon um 1600 ließ sich eine kleine Gruppe von deutschen Juden in Amsterdam nieder. Auch sie waren Flüchtlinge, die seit dem frühen 17. Jahrhundert in Osteuropa gesetzlos waren und verfolgt wurden. 1648 erfuhren sie die zornige Wut der Kosaken unter ihrem Anführer Bogdan Chmielnicki. In nur acht Jahren starben 500.000 Juden in Polen und dem Russischen Reich. Daraufhin nimmt die Einwanderung Osteuropäischer Juden nach Amsterdam zu. Letztendlich entwickelte sich die Ashkenazische (Osteuropäische Juden) Gemeinschaft zu einer viel größeren als die Gemeinschaft aus Portugal und Spanien. Bis heute noch sind diese zwei Gruppen von Juden kennzeichnend für die Jüdische Gemeinschaft von Amsterdam.

Vor dem Zweiten Weltkrieg waren 10% der Amsterdamer Bevölkerung jüdisch. Amsterdam zählte damals etwa 800.000 Einwohner. Die Shoa; die Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg hat die jüdische Gemeinschaft sehr verkleinert. Nur 20% der Amsterdamer Juden überlebte die Shoa. Es entstand eine große Leere, die noch überall fühlbar ist. Die Erinnerung an die jüdische Vergangenheit der Stadt Amsterdam kann den Verlust niemals ersetzen.

Aber inzwischen lässt die 2te und 3te Generation von Juden das jüdische Leben in Amsterdam wieder erblühen. Es gibt verschiedene jüdische Gemeinschaften von orthodox bis sehr modern (NIHS, PIG, LJG, Beth HaChidusch) und auch noch einige kleinere unabhängige Synagogen. Mittelpunkt des kulturellen jüdischen Lebens ist das Joods Historisch Museum. Veranstaltungen wie das Jüdische Filmfestival und das Jüdische Musikfestival finden jedes Jahr statt. Unterschiedliche Chöre besingen die jüdische Liturgie als auch den Alltag. Neben dem NIW, dem jüdischen Wochenblatt, wo nationale wie internationale Nachrichten veröffentlicht werden, sendet der Jüdische Rundfunk auf Radio und Fernsehen. Und an den beiden Universitäten der Stadt kann man Seminare jüdischer Studien besuchen. Letztendlich finden sich in Amsterdam zwei sehr berühmte jüdische Bibliotheken: Ets Haim – Livraria Montezinos, welche sich in den Gebäuden der Portugiesisch Israelitischen Gemeinde befindet und als zweite die, zur Universität von Amsterdam gehörende, Bibliotheca Rosenthaliana. Derzeit gibt es im Zentrum zwei koschere Restaurants, Pinto und King Salomon. Außerhalb des Zentrums in Amsterdam Zuid finden sich weitere Jüdische Restaurants und auch Geschäfte mit koscheren Produkten. An Hause Lieferung mit nicht nur tranditonelle jüdische, sondern auch moderne internationale Gerichte wird gelieferd durch Roland Vos Auch ließen sich in Amsterdam verschiedene jüdische Jugend-, Studenten- und Frauenorganisationen nieder.

Amsterdam ist aufgrund des Zusammengehens von modernen jüdischen Lebens mit der Erinnerung an die jüdische Gemeinschaft aus der Vorkriegszeit eine besonders besuchenswerte Stadt. Ob sie nun einen intensiven oder nur einen kurzen Besuch planen, mit Jeanette Loeb können sie ein individuelles Programm zusammenstellen. Neben einer individuellen Gestaltungen können sie auch aus Standardprogrammen wählen, diese sich zeitlich und inhaltlich voneinander unterscheiden.




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